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Gropius-Sessel – Der wegweisende Kubus
1922/23 gestaltet Gropius sein streng kubisches Direktorenzimmer in Weimar mit eigenen Entwürfen und solchen anderer Bauhäusler. Bücher und Zeitschriften finden in einer mäandernden Ablage Platz, Schreibtisch und Arbeitsstuhl ordnen den Raum geradlinig, eine viergliedrige Soffittenleuchte akzentuiert die rektanguläre Umgebung. Im Mittelpunkt des Ensembles befindet sich der Gropius-Entwurf einer kubischen Sessel- und Sofagruppe, die voluminöse Polster mit einer neuartigen Tragkonstruktion verbindet. Diese Durchdringung von Volumen und Linearität erinnert an die gleichzeitigen Architekturprojekte von Gropius, besonders an die Wohnhaus-Entwürfe »Baukasten im Grossen«. Die Tragkonstruktion ist jedoch aus einem anderen Grund von Bedeutung, denn die Armlehnen kragen frei aus und ermöglichen dem Nutzer so ein sehr flexibles Sitzen in viele Richtungen – eine Eigenschaft, die noch heute für einen Sessel gänzlich untypisch und einzigartig ist.